Stell dir vor, du stehst in einer kleinen, sonnendurchfluteten Stadt in Spanien. Um dich herum lachen Menschen, die Straßen sind rot gefärbt, und überall fliegen überreife Tomaten durch die Luft. Willkommen bei La Tomatina, einem der verrücktesten Feste der Welt, das jedes Jahr Tausende von Besuchern nach Buñol, in der Nähe von Valencia, lockt.
Doch wie wurde eine friedliche spanische Stadt zum Schauplatz eines internationalen Spektakels? Was macht den Reiz aus, sich mit Tomaten zu bewerfen, und wie kannst du selbst Teil dieses außergewöhnlichen Erlebnisses werden? Lass uns gemeinsam eintauchen – ohne Tomatensaft in den Augen!
Die Geschichte von La Tomatina ist genauso chaotisch und farbenfroh wie das Fest selbst. Die erste „Schlacht“ fand 1945 statt, als eine Gruppe von Jugendlichen bei einer Parade spontan begann, sich mit Tomaten von einem Marktstand zu bewerfen. Niemand weiß genau, warum es gerade Tomaten waren – vielleicht waren sie einfach das nächstbeste Wurfgeschoss.
Die Polizei unterbrach den Spaß schnell, aber die Idee war geboren. Im darauffolgenden Jahr kamen die Jugendlichen zurück – diesmal vorbereitet, mit noch mehr Tomaten. Was als harmloser Scherz begann, entwickelte sich langsam zu einer Tradition, die 1957 offiziell von Buñol anerkannt wurde.
Heute ist La Tomatina ein weltbekanntes Event, das Menschen aus allen Ecken der Welt nach Spanien lockt.
Bevor der Tomatenwahnsinn losgeht, beginnt der Tag mit dem traditionellen „Palo Jabón“. Das ist ein mit Seife eingeriebener Mast, auf dessen Spitze ein Schinken befestigt ist. Wer es schafft, den Schinken zu erreichen, startet offiziell die Schlacht. Doch der Weg dorthin ist rutschig – wortwörtlich. Zuschauer feuern die mutigen Kletterer an, während diese immer wieder abrutschen.
Sobald der Startschuss gefallen ist, rollen LKWs in die Stadt und kippen Tausende überreife Tomaten auf die Straßen. Diese Tomaten sind extra für das Fest angebaut – weich, matschig und perfekt, um sie zu werfen. Innerhalb weniger Minuten verwandelt sich Buñol in ein rotes Schlachtfeld, und die Teilnehmer – von Kopf bis Fuß mit Tomatenmus bedeckt – lassen ihrer Freude freien Lauf
❗Regeln für La Tomatina ❗
◉ Tomaten vorher zerdrücken: Niemand möchte von einer harten Tomate getroffen werden.
◉ Nur Tomaten werfen: Es ist ein Tomatenfest, keine Gemüse-Olympiade.
◉ Kein Zerquetschen von Mitmenschen: Spaß ja, Gewalt nein!
Nach etwa einer Stunde endet das Spektakel mit einem Signal – und obwohl Buñol danach wie ein einziges Tomatenmeer aussieht, ist die Stadt erstaunlich schnell wieder sauber. Dank der Feuerwehr, freiwilliger Helfer und Wasserstrahlen verschwinden die roten Überreste im Handumdrehen. Auch die Teilnehmer können sich schnell vom Tomatensaft befreien: Entweder nutzen sie die öffentlichen Duschen oder springen direkt in den nahegelegenen Fluss. So endet der Tag frisch – oder zumindest etwas frischer – und mit einem Lächeln im Gesicht.
Was einst als kleiner Streich begann, ist heute ein weltbekanntes Festival. Rund 20.000 Menschen – mehr als doppelt so viele wie die Einwohnerzahl von Buñol – nehmen jährlich teil. Um das Chaos in Grenzen zu halten, gibt es mittlerweile ein Ticketsystem.
Der Reiz von La Tomatina? Ganz einfach: Es macht unglaublich viel Spaß, ist herrlich verrückt und gibt dir die Möglichkeit, für einen Tag komplett loszulassen. Hier zählt nicht, wie du aussiehst oder woher du kommst – Hauptsache, du tauchst ins Tomatenchaos ein. Menschen aus aller Welt treffen sich in Buñol, lachen, werfen sich gegenseitig mit Tomaten ab und schaffen Erinnerungen fürs Leben. Es ist ein Spektakel, das Hemmungen über Bord wirft und pure Freude in den Mittelpunkt stellt.
Natürlich bleibt ein Festival dieser Größenordnung nicht ohne Kritik.
In einer Welt, in der viele Menschen unter Hunger leiden, empfinden manche es als unangebracht, so viele Tomaten zu verschwenden. Doch die Organisatoren betonen immer wieder, dass die verwendeten Tomaten speziell für das Fest angebaut werden und sowieso nicht für den Verkauf geeignet wären. Sie sind überreif, zu weich und hätten keinen Platz auf dem Markt gefunden.
Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt ist die zunehmende Kommerzialisierung von La Tomatina. Was einst als kleines, fast geheimes Dorffest begann, ist heute ein weltbekanntes Spektakel mit Eintrittspreisen, Merchandising und internationaler Medienpräsenz. Viele Einheimische erinnern sich noch an die ruhigeren Zeiten, als das Festival ein intimeres Erlebnis war, bevor die Massen von Touristen das Dorf überrannten. Dennoch bleibt der Kern von La Tomatina unverändert: Es geht immer noch um den Spaß und die Freude, gemeinsam den Alltag hinter sich zu lassen und einfach in das verrückte Fest einzutauchen.
◉ Alte Kleidung mitbringen: Die Überreste des Tages landen garantiert im Müll.
◉ Wasserfeste Kamera: Um Erinnerungen festzuhalten, ohne die Technik zu ruinieren.
◉ Früh da sein: Buñol wird schnell voll, und ein guter Platz macht den Unterschied.
◉ Fluchtplan parat haben: Nach der Schlacht brauchst du einen Ort, um dich zu reinigen – der Fluss ist eine gute Option!
Am Ende des Tages geht es bei La Tomatina um mehr als nur um Tomaten. Es ist ein Fest der Gemeinschaft, des Lachens und des puren Vergnügens. Ob du ein Tomatenliebhaber bist oder nicht – dieses Fest bietet dir die perfekte Gelegenheit, mal etwas völlig Abgefahrenes zu erleben. Es geht darum, für einen Tag alles loszulassen, sich in ein riesiges Durcheinander zu stürzen und einfach Spaß zu haben.
Also, worauf wartest du noch? Pack deine alten Klamotten ein, schnapp dir ein Ticket und erlebe eines der einzigartigsten Feste der Welt. La Tomatina wartet auf dich – mit offenen Armen und einer Menge Tomaten! Es ist ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst, ein verrückter Tag, an dem du einfach die Kontrolle loslässt und die Welt um dich herum in einem roten Strudel versinkt.
Wir hoffen, diese Reisetipps helfen dir, dein nächstes Abenteuer noch besser zu planen! Hast du eigene Erfahrungen oder weitere Empfehlungen für spannende Reiseziele? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar! Teile diesen Beitrag mit anderen Reisebegeisterten und bleib dran für mehr Inspirationen aus unseren Reiseerlebnissen.
Deine Steffi & Marius
Wir sind zwei deutsche Auswanderer und auf emigres-life nehmen wir Dich mit auf unsere Reise in ein neues Leben.
In unserem Projekt schwingt das Pendel meist in Richtung stressig oder chaotisch und weniger in Richtung tiefenentspannt.
Wenn du also wissen willst, in welches Fettnäpfchen wir als nächstes treten oder welche Hürden vor uns liegen und wie wir sie überwinden, dann bleib dran.
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